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   Das alte Japan und die Welt der Samurai

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Rolle der Frau

 

In der Zeit der frühen Samurai hatte die Frau eine bessere soziale Stellung und genoss eine hohe Wertschätzung. Sie erhielten Besitz durch das ausgeglichene Erbrecht oder durch die Beteiligung an der Urbarmachung von Land.

Zum Ende der Kamakura- Zeit (1333)  wurde die Frau ihrer rechtlichen und sozialen Stellung beraubt, sowohl in der Öffentlichkeit als auch im privaten Bereich.

Aus der Tokugawa- Zeit (oder Edo-Zeit)ist ein Buch (Ekiken: 1630-1714) überliefert, das Onna Daigaku (Großes Lernen für Frauen), in dem das ideale Bild der japanischen Frau beschrieben ist. Hier einige Auszüge aus dem Pflichtenkatalog: „Eine Frau hat keinen bestimmten Lehnsherrn. Also muß sie auf ihren Ehemann als auf ihren Herrn schauen und ihm mit aller Verehrung und Hochachtung dienen.“ „Die große Lebenslange Pflicht der Frau ist Gehorsam.“ „Eine Frau muß immer auf dem Posten sein und über ihre Lebensweise streng wachen. Am Morgen soll sie früh aufstehen und am Abend spät zur Ruhe gehen.“ „Wie viele Dienstboten eine Frau auch beschäftigen mag, niemals darf sie der Mühe ausweichen, sich um alles selbst zu kümmern. Sie muss die Kleidung ihres Schwiegervaters und ihrer Schwiegermutter nähen und ihnen das Essen bereiten. Stets darauf aus, die Ansprüche ihres Mannes zu erfüllen, muß sie seine Kleidungsstücke falten und seine Decke ausbürsten. Sie muß seine Kinder aufziehen, waschen, was schmutzig ist, und überhaupt immer im Mittelpunkt des Hauses stehen“ (alle Übersetzungen übernommen aus dem Was-ist-was-Buch Samurai S.36).

Im vormodernen Japan gab es ein hohes Maß an Freizügigkeit, sexuelle Erfahrungen wurden schon vor der Ehe gesammelt und Jungfräulichkeit wurde nicht erwartet, jedoch die Treue nach der Hochzeit. Es gab nur sehr wenige Frauen, die zu mehreren Männern eheähnliche Verhältnisse hatten, aber für die Männer der Samurai war es selbstverständlich, neben der Ehefrau noch Konkubinen zu halten. Jedoch wurde die Stellung der Ehefrau nie angezweifelt, selbst wenn sie keine Nachkommen bekam, sondern eine der Konkubinen. Oftmals wurden die Konkubinen als Dienstpersonal bezeichnet, so behandelt und lebten mit im Haus oder in einem Nebenhaus, falls vorhanden.

Von der Ehefrau wurde außerdem erwartet, dass sie bei Abwesenheit ihres Gatten notfalls auch mit der Waffe ihre Familie und ihr Anwesen verteidigt.

Auch bei der Frau spielte die Todesverachtung und Kühnheit eine große Rolle: drohte der Frau eine Vergewaltigung oder irgendeine andere Demütigung, so durchstach sie sich mit ihrem Dolch die Halsschlagader.

 

11.6.08 16:45
 


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